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Klettersteigausrüstung

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klettersteige 225x300 KlettersteigausrüstungWas man über die Klettersteigausrüstung wissen sollte

Es ist immer wieder eine Herausforderung, auch als Wanderer einmal abseits der angelegten Wanderwege senkrechte Felswände zu erklimmen oder einmal nur über einen Grat zu steigen. Doch Klettern ist nicht für jedermann geeignet, denn hierfür bedarf es einer speziellen Ausrüstung, denn Klettern ohne Klettersteigausrüstung und nur aus einer Laune heraus geht einfach nicht. Das Erklimmen der senkrechten Felswände ist ohne Drahtseile, Eisenleitern, Trittbügel oder abgesicherte alpine Steiganlagen einfach unmöglich.

Denn durch sie wird es den ambitionierten Wanderern erst möglich, auch die vertikale Welt einmal live zu erleben. Das Klettersteiggehen boomt bereits seit vielen Jahren als Bergsportart, doch jährlich kommen weitere Steiganlagen dazu. In den Alpen kennt man derzeit circa 1000 Kletteranlagen, diese reichen vom einfachen Steig für Kletteranfänger bis zum schwierigen Sportklettersteig für den Profi, welche man in allen Schwierigkeitsgraden vorfindet. Will man die Welt dieser Senkrechten ergründen so bedarf es neben einer professionellen Klettersteigausrüstung vor allem einer ausreichenden alpinen Erfahrung, Training, Schwindelfreiheit, klettertechnischen Grundfertigkeiten und vor allem einer objektiven Selbsteinschätzung des eigenen Könnens und des Leistungsvermögens.

Klettersteiganlagen

Die Klettersteige werden in zwei verschiedene Typen unterschieden, da ist da zum einen die einfache versicherte Steige und zum anderen der klassische Klettersteig. Bei dem versicherten Klettersteig gibt es kein durchgehendes Drahtseil, sondern ausgesetzte und schwierige Passagen sind hier meist abgesichert. Für diese Begehung ist nicht zwingend ein Klettersteigset erforderlich, jedoch sollte man diese Steigen keineswegs, was die Schwierigkeit angeht, unterschätzen. Diese Klettersteige sollten nur von Kletterern mit ausreichender Armkraft, hoher Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit genutzt werden, möchte man diese ohne Sicherung begehen. Unerfahrene Kletterer oder Anfänger sollten auch hier immer ein Klettersteigset benutzen. Der klassische Klettersteig ist am durchgehenden Drahtseil zu erkennen, für die Begehung dieser Steige ist immer eine Klettersteigausrüstung erforderlich. Denn hier folgt auch der Wegverlauf immer der natürlichen und logischen Linienführung von Felsformation oder Grat, allerdings trifft auch das nicht auf alle Alpengebiete zu. Der klassische Klettersteig deckt ein breites Spektrum ab, denn er reicht vom einfachen Klettersteig für Anfänger, bis zu schwierigen Steigen, die nur den Kletterern vorbehalten sind, die über klettertechnische Fertigkeiten verfügen.

Klettersteigausrüstung / Klettersteigsets

Man unterscheidet hierbei zwei Arten Klettersteigsets, die V-Form und die Y-Form. Bei der V-Form ist ein Sicherungsarm auch gleichzeitig das Bremsseilstück, so ist es auch nur möglich, einen Karabiner in das Drahtseil einzuhängen, damit ein Blockieren der Bremse vermieden wird. Dieses Klettersteigset nutzen heute nur noch wenige Kletterer, da es veraltet ist und so nicht mehr der UIAA-Norm entspricht. Deshalb hat sich jetzt die Y-Form durchgesetzt, können in das Drahtseil beide Sicherungsstränge gleichzeitig eingesetzt werden, so kann im Fall es bricht ein Strang oder Karabiner, dieser von dem zweiten Strang ersetzt werden. Als neues Set in der Klettersteigausrüstung wird heute meist das Y-Set mit Bandfalldämpfer benutzt. Dieses besitzt ein bandartiges Gewebe welches beim Sturz, wie eine Ziehharmonika aufreißt, sodass sich auch die Sturzenergie durch diese intervallartige Bandverlängerung abbaut. So stört beim Klettern auch das herunterhängende Bremsseil nicht, was ein klarer Vorteil dieses Sets ist.

karabiner 300x213 KlettersteigausrüstungKlettersteigkarabiner

Hierbei handelt es sich um Karabiner speziell für jede Klettersteigausrüstung. Diese sind mit einem Schnapper versehen, der selbst verriegelt und eine sehr hohe Bruchfestigkeit besitzt. Auch sollte beim Kauf darauf geachtet werden, das die Karabiner gut in der Hand liegen und einfach zu bedienen sind. Die Klettersteigkarabiner sollten darüber hinaus, eine zweite Schnappöffnung besitzen und mit den zwei Sicherungssträngen fest verbunden sein. Heute haben sich hierbei insbesondere Karabiner durchgesetzt die eine Attac-Verriegelung besitzen.

Sitzgurt

Der Sitzgurt besteht aus einem Hüftgurt und zwei Beinschlaufen. Der Beingurt sollte möglichst verstellbar sein, da er so sich auch der Dicke der Kleidung anpasst. Beim Sitzgurt ist darauf zu achten, dass dieser über viel Bewegungsfreiheit und einem perfekten Tragekomfort verfügt. Der Sitzgurt gehört zu der Klettersteigausrüstung für erfahrene Geher, die Normalgewicht besitzen und eine gute Rumpfkraft besitzen. Dieser Sitz ist jedoch nicht für Kinder geeignet, die einen hohen Körperschwerpunkt und schmale Hüften haben.

Kombination aus Sitz- und Brustgurt

Ein Brustgurt sollte nie allein, sondern immer als Ergänzung zum Hüftgurt getragen werden. Denn leider trifft man in der Realität immer noch Klettersteiggeher, die auf dem Steig nur mit einem Brustgurt unterwegs sind. Doch die Kombination aus Sitz-und Brustgurt gehört einfach in jede Klettersteigausrüstung. Denn der Brustgurt verhindert im Fall der Klettersteiggeher stürzt oder hängt, dass dieser mit dem Oberkörper nicht nach hinten kippt, sondern der Rumpf aufrecht gehalten wird. Der Sitzgurt ist mit dem Brustgurt mithilfe eines Achterbandes und zwei Sackstichknoten verbunden. So kann das Klettersteigset mit der Einbindschlaufe durch den Ankerstich um einen zentralen Sackstichknoten befestigt werden.

Komplettgurt

Doch was wäre die beste Klettersteigausrüstung ohne einen Kombi- oder Komplettgurt. Hierbei handelt es sich um einen Brust- und Sitzgurt aus Guss. Dieser ist etwas kompliziert anzulegen, da man beim Wechsel die Kleidung ausziehen muss. Aber dafür ist der gesamte Körper umschlossen und hängt man im Klettersteigset, so wird dieser stabilisiert. Es ist darauf zu achten, dass die Schultergurte immer stramm anliegen und so nicht von den Schultern rutschen. Eingebunden wird dieses Klettersteigset mithilfe eines Ankerstichs in der Anseilschlaufe.

iStock 000010354811XSmall 201x300 KlettersteigausrüstungBergsteigerhelm

Ein Bergsteigerhelm darf in keinem Fall bei einer Klettersteigausrüstung fehlen. Denn dieser schützt den Kletterer vor Anprallverletzungen oder Steinschlag. Der Bergsteigerhelm muss unbedingt fest auf dem Kopf sitzen, damit er nicht nach vorn, hinten oder zur Seite wackeln kann, aber auch bei einem offenen Kinnschutz sollte er nicht wackeln. Die meisten Bergsteigerhelme bestehen heute aus einer Schale von hartem Polykarbonat sowie einer weichen Schaumschale. Ausgestattet sind diese Helme mit großen Belüftungsschlitzen, damit ein ausgewogenes Klima vorherrscht. Diese Helme sind sehr leicht und können individuell verstellt werden, praktisch erweist sich hier aber auch eine Halterung für die Stirnlampe.

Klettersteighandschuhe

Auch Klettersteighandschuhe sind sehr zu empfehlen, damit die Hände vor Verletzungen geschont werden. Da die Stahlseile das ganze Jahr über den verschiedensten Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, können die einzelnen Stränge, aus denen ein Drahtseil besteht, beschädigt sein und so kann man sich Risswunden zufügen. Außerdem spricht aber auch der bessere Griff, den man am Drahtseil hat, für Klettersteighandschuhe.

Klettersteig-Rucksack

Der Klettersteig-Rucksack sollte nicht nur schmal sein, sonder auch am Körper eng anliegen, denn nur so wird auch eine optimale Bewegungsfreiheit garantiert. Ebenso ist auf eine gute Polsterung der Schulterriemen sowie ein gutes Trage- und Lüftungssystem zu achten. Die Größe des Rucksacks sollte 25 bis 40 Liter betragen. Der Klettersteig-Rucksack sollte des Weiteren über keinen hohen Aufbau verfügen, da so unter Umständen auch die Sicht beim nach oben schauen eingeschränkt wird, da so der Kletterhelm am Rucksack anschlagen kann.

Hilfsmittel

In jede gute Klettersteigausrüstung gehören aber auch Hilfsmittel wie Bandschlinge, Expressschlinge ein Hilfsseil und ein Notfall-Set. Die Bandschlingen sind vernäht und in verschiedenen Größen zu erwerben, aber sie verfügen auch über eine perfekte Scheuer- und Reißfestigkeit. Die Bandschlingen dienen dem Klettersteiggeher als eine zusätzliche Selbstsicherung, Ruhesicherung oder Quersicherung. Hierfür werden HMS-Karabiner verwendet. Bei einer Expressschlinge handelt es sich um eine vernähte Bandschlinge, die zwei normale D-Karabiner besitz. Diese dient gemeinsam mit dem Hilfsseil der Nachsicherung für weniger geübte Klettersteiggeher, diese kann auch in Quergängen zu einer großen Hilfe werden. Das Hilfsseil kann aber auch zusätzlich zur Selbstsicherung bei Kindern oder schwächeren, unerfahrenen Gruppenmitgliedern zur Nachsicherung eingesetzt werden. Das Hilfsseil kann hierbei ein Einfachseil mit einer Länge von 10 bis 20 Metern sein. Doch auch ein Erste-Hilfe-Set mit einem Biwacksack aus Nylon sowie eine Rettungsdecke dürfen in keinem Klettersteig-Rucksack fehlen. Denn so können auch kleinere Wunden Mal selbst versorgt werden.