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Der Bochette-Weg

Einer der schönsten Gebirgszüge der Alpen

 

Vorbemerkung

Der Bocchette-Weg ist einer der berühmtesten Routen und zieht Bergsteiger aus der ganzen Welt an. Die Brentagruppe wird durch das Etschtal von den Dolomiten getrennt und besteht aus wunderschönen sehr hoch aufragenden Monolithen und riesigen senkrechten Wänden. Es ist einer der schönsten Bergmassive überhaupt und man sollte sich einige Tage Zeit nehmen um diese herrliche Berglandschaft genießen zu können. Ein kleiner Nachteil hat dieses Massiv aber, man muß mit wechselnden Wetterbedingungen rechnen. In einigen Scharten kann zum Teil noch Schnee liegen und die Temperaturen können so gar im Monat Juli bis zu -10 Grad sinken. Und noch eines sollte man bedenken, es gibt zwar sehr viele Hütten in diesem Gebiet, aber es ist ratsam, vor Beginn der Tour eine Reservierung bei den Hütten vorzunehmen. Die Tour ist am schönsten Anfang Herbst wenn der große Ansturm der Ferratisten vorbei ist. Dann kann man die Wege und freien Bänder auch mit Genuss begehen. Die Route besteht aus drei einzelnen Abschnitten, von denen jeder als einzelne Tour begangen werden kann. Die Route die ich hier vorstelle vermeidet oft allzu lange Zustiege und die einzelnen Abschnitte reihen sich folgerichtig aneinander.

 

Sentiero Alfredo Benini

Er ist der leichteste Steig der drei Wege und man benötigt ca. 3 bis 4 Stunden. Wenn man mit dem Auto anreist fährt man zunächst ca. 1 Kilometer nach der Ortsausfahrt von Madonna di C. zunächst in Richtung Dimaro und von dort mit der Gondelbahn zum Grostepass. Wenn man eine lange Anreise hinter sich hat ist es ratsam in dem unterhalb gelegenen Rifugio Graffer zu übernachten. Die Gondelbahn verkehrt vor 8:30 Uhr nicht und die letzte Fahrt endet um 17:00 Uhr. Vom Grostepass folgt man zunächst dem Weg Nr. 305. Später etwas unterhalb von ca. 2600 m hat man dann die Wahl zwischen zwei Steigen: entweder geht man Links über den normalen Sentiero Benini, der die Cima Groste in östlicher Richtung unschwierig umrundet, bevor er die Boccheta die Camosci erreicht, oder man folgt dem Weg geradeaus in Richtung Cima Groste über einen ungesicherten Steig. Der letzte Vorschlag bietet den Vorteil, dass man den Gipfel auf 2898 Meter auf den sehr schönen Bändern erreichen kann, die aber trotzdem einige luftige Kletterpassagen enthalten. Vom Gipfelkreuz erreicht man über einige heikle Stufen nach wenigen Minuten die Gamsscharte, von wo man wieder auf den normalen Weg zurück kommt. Von dort quert man nun auf halber Höhe die Ostwand der Cima Falkner auf einem sehr luftigen Band, von dort steigt man wieder über drahtseilgesicherte Stufen hinab um auf den Bändern die Bocca di Val Perse zu erreichen. Von dort, steigt man über ein kleines Firnfeld ab und umrundet dabei die Cima Sella bis zu einem senkrechten Abbruch der die Bocca del Tuckett überragt. Diese erreicht man über sehr schöne Bänder und Leitern.

 

Sentiero delle Bocchette Alte

Für diesen Steig benötigt man ca. 5 Stunden. Zunächst steigt man von der Bocca del Tuckett über einige Stufen die von einigen Leitern unterbrochen werden lange und sehr mühevoll bis zum Beginn des Gabari-Bandes das in den Foresti-Weg übergeht. Beide Wege queren die gesamte Ostwand. Beim Abstieg über die teils sehr wackligen Leitern ist Vorsicht geboten. Das nun folgende Band-Ende führt uns auf 3000 Meter hinauf zu einem terassenartigen Aussichtspunkt. Nun folgt eine atemberaubende Überschreitung mehrerer Grate und am Ende dieser erreicht man den Spallone di Massodi, einen etwas flachen Gipfel den man über eine sehr hohe Leiter von fast 30 Meter erreicht. Anschließend folgt ein langer Abstieg über Stufen und kleinere Leitern zur der unterhalb gelegenen Bocca di Massodi. Kurz davr gibt es wieder zwei Möglichkeiten den Weg fortzusetzen, entweder man steigt die Scharte weiter hinab und eine Linksquerung wagt um auf der anderen Seite ansteigend den Cima Molveno zu erreichen, von wo aus man über ein Kar auf den Sfulminigletscher absteigen kann. Diese Variante nimmt man wenn man nicht im Rifugio Alimonta übernachten will. Oder man nimmt den anderen Weg der rechts abzweigt Richtung Rifugio Brentei. Auf diesem Weg folgen eine Reihe senkrechter Leitern von denen einige über 30 Meter lang sind, von dort gelangt man auf den kleinen Gletscher und schnell zum Rifugio Alimonta.

 

Sentiero delle Bocchette Centrale

Dieser Steig ist nicht nur mit ca. 3 Stunden der kürzeste sondern auch der schönste Abschnitt dieser Tour. Von diesem Steig hat man atemberaubende Tiefblicke. Vom Rifugio Almonta erreicht man in einer halben Stunde die Bocca degli Armi oberhalb des Sfulminigletschers. Von dort steigt man über einige Leitern zum Torre di Brenta. Links davon verläuft das Band des Sentiero Figari abzweigend und mündet in die Südflanke. Es folgt nun ein sehr schmales Band das die Sfulminitürme und den Campanile Alto quert, bevor es über Stufen hinunter zur Bocca Bassa geht. Von da an taucht man in die sehr düstere Gugliascharte ein, die man linksseitig über ein Band und Leitern quert. Das Band führt uns dann sehr bequem zur Nordseite der Brenta Alta und von dort zur Bocca di Brenta. Der Rückweg führt uns in das Val Brenta Alta hinab und auf dem Weg 318 in ca 1 Stunde zum Rifugio Brentei.

 

Schwierigkeitsgrad:

Ausgangspunkt: Madonna di Campiglio, Groste-Gondelbahn

Höhenunterschied: zwischen 2500m und 3000m

Schwierigkeit:

In den steilen Passagen ist der Klettersteig mit sehr vielen Leitern bespickt, Drahtseile sind nur an den nötigen Stellen vorhanden, sehr lange und auch anstrengende Route.

Gehzeiten:

Sentiere Alfredo Benini, 3 bis 4 Stunden, Bocchette Alte, ca. 5 Stunden, Bocchette Centrale, ca. 3 Stunden

Karte: AV-Karte, 1:25 000, Brentagruppe

 

 

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