Die Bletterbachschlucht
Der Grand Canyon Südtirols

Die Durchwanderung der acht Kilometer langen Schlucht Südtirols ist ein einzigartiges Erlebnis. Die Bletterbach hat hier im Verlaufe von Jahrtausenden einer der geologisch interessantesten und eindrucksvollsten Schluchten Europas geformt. Sie bietet einen faszinierenden und spannenden Einblick in eine 260 Millionen Jahre alte Welt und den Aufbau und der Entstehung der Dolomiten. Die Bletterbachschlucht liegt zu Füßen des Weißhorns und ist die größte Schlucht Südtirols und wird von vielen auch als der „Grand Canyon“ Südtirols bezeichnet. Wer heute durch die Bletterbachschlucht wandert, kann mit etwas Glück in den Geröllhalden zu Fuße der Felswände immer noch Versteinerungen aus der Frühzeit der Erdgeschichte finden.

Der Bletterbach hat seit der letzten Eiszeit vor 15 000 Jahren eine 400 Meter tiefe Schlucht gegraben und dabei fünf geologische Schichten der Erdgeschichte freigelegt. Die Gesteinsformationen der Bletterbachschlucht geben Aufschluss über die Entstehung, dass Klima und die Lebensbedingungen vor Jahrmillionen. Grödner Sandstein, Werfener Schichten, Bozner Quarzporphyr, Bellerophonschichten und Sarldolomit geben nicht nur Zeugnis von unterschiedlichen Lebensräumen, sondern sind genau so erhalten geblieben, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung vor Millionen von Jahren abgelagert wurden. Die Bletterbachschlucht gilt als eine wertvolle Fundstelle für Fossilien. Neben fossilien Relikten haben Wissenschaftler auch versteinerte Muscheln, Fraß- und Wühlspuren von Tieren und Fährten von Sauriern gefunden.

Die Saurierspuren die man in der Schlucht gefunden hat, gehen auf die letzte Epoche des Erdaltertums vor 260 Millionen Jahren zurück. Es wurden Abdrücke von über 20 verschiedenen Reptilien gefunden. In die Schlucht muss man einfach hinab steigen, um ihre ganze Schönheit zu erkennen. Ein Geo-Weg führt direkt durch die Schlucht. 16 Tafeln entlang des Weges geben dem Wanderer Auskunft über die verschiedenen Gesteinsschichten und ihre Entstehung, wertvollen Funde, Tierfährten und Pflanzenfossilien. Ein weiterer Höhepunkt ist der Wald-Lehrpfad rund um das Besucherzentrum in Aldein. 10 Tafeln geben Auskunft über das Leben im Wald. Es wird berichtet über Waldbienen,Spechte, Pilze, Frösche, Schafe, Insekten und vieles mehr sowie über den Wald selbst und die Lärchenwiesen. Am den 26. Juni 2009 sind die Dolomiten und der Geoparc Bletterbach von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt worden.
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